Allgemeines:
Bei unseren Reisevorbereitungen 2012 stieß ich auf einen Bericht von einem Gebiet, bei dessen Anblick sofort klar war: Da müssen wir hin.
White Domes heißen die traumhaften Sandsteingebilde und sie befinden sich auf dem Canaan Mountain, nur knapp außerhalb der Grenzen des Zion Nationalpark. Eine wunderschöne Tageswanderung für jeden der gerne abseits der Touristenmassen unterwegs ist.
Allerdings eine kleine Warnung: Einigermassen Kondition und vor allem ein guter Orientierungssinn, eine Karte oder noch besser ein GPS sind für diese Wanderung sehr zu empfehlen. Denn der Canaan Mountain ist kein Berg wie man sie normalerweise kennt, sondern ein Hochplateau das sich über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Ausreichend Wasser und festes Schuhwerk verstehen sich sowieso von selbst.
Anfahrt:
Auf dem Weg von Hurricane nach Kanab, welche erfahrenen Südwestbesuchern sicher ein Begriff ist, befindet sich direkt an der Stateline Utah/Arizona der kleine Ort Hildale. In Hildale fährt man links (aus Richtung Hurricane kommend) auf die Utah Avenue, welcher man nun ca. zwei Meilen in östlicher und dann knapp eine Meile in nördlicher Richtung folgt. Als nächstes erreicht man die Kreuzung Maxwell Canyon Road und Water Canyon Road. Auf der Water Canyon Rd geht es nun weiter bis zum Parkplatz am Ende der Straße.
Bei unserem Besuch 2012 war zwar ein High Clearance Fahrzeug notwendig, 4WD hingegen nicht. Andere Berichte sprachen von PKW-tauglich. Also, wie so oft, schwanken auch hier die Bedingungen von PKW bis unfahrbar. Desöfteren findet man hier auch Kleinbusse der Zion Outfitters. Doch keine Angst, trotzdem ist man meist alleine unterwegs, denn die Gruppen halten sich meist nur im Water Canyon selbst auf, um dort dem Canyoneering zu fröhnen.
Die Wanderung:
Vom Parkplatz aus folgt man nun dem sandigen Pfad.
Wer nach einiger Zeit einen Blick hoch oben auf die rechte Felswand wirft, der kann den Water Canyon Arch entdecken:
Der erste Teil ist relativ einfach, allerdings auf Grund des sandigen Untergrunds auch ein klein wenig anstrengend. Eine gute Meile führt der Pfad in den Water Canyon hinein bevor das erste Highlight, die Kaskaden des Lower Water Canyon, erreicht ist.
Hier findet man einige schöne Fotomotive, so lohnt es sich durchaus hier zu verweilen.
Der weitere Weg ist an dieser Stelle nicht direkt auf den ersten Blick erkennbar. Am Ende der Kaskaden schlängelt er sich an der linken Felswand serpentinenartig nach oben. Der Weg ist nicht allzu schwer zu gehen, lediglich Leute mit sehr ausgeprägter Höhenangst könnten an einigen Stellen ein paar Probleme bekommen. Nur an einer Stelle wußten wir ganz kurz nicht mehr wie es weitergeht. Der Weg führte direkt auf die Felswand zu und schien dort zu Enden. Doch ein Blick in Brusthöhe nach rechts offenbarte schnell den weiteren Weg. Eine Etage höher ging es weiter.
Nach ca. 2 Stunden ist das erste Etappenziel, der Top Rock erreicht. Die Stelle ist kaum zu verfehlen. Ein flaches, breites hoodooartiges Gebilde dienst als Wegmarke. Die Stelle ist eine wunderbare Gelegenheit für eine ausgiebige Pause und es lohnt sich den Blick umherschweifen zu lassen. Wer übrigens an dieser Stelle den Horizont genau absucht, kann in der Ferne bereits die White Domes entdecken.
Hier oben wird auch klar, warum ein guter Orientierungssinn und Karte+Kompass bzw. ein GPS hier wirklich wichtig sind. Denn das Gebiet, wie bereits erwähnt ist das hier oben ein riesiges Hochplateau mit unzähligen Erhebungen und Washes. Oder wie es auf einer amerikanischen Seite bezeichnet wird: Island in the sky.
Von dem hoodooartigen Gebilde geht es nun in Nordwestlicher Richtung in den tiefer gelegenen Wash des Upper Water Canyon. Dieser Wash, welcher auch bereits vom Top Rock aus erkennbar ist, verläuft in West-Ost-Richtung. Circa bei diesen Koordinaten N 37 03 14.9 W 112 58 07.5 sollte man auf den Wash treffen. Einige Dryfalls gilt es jetzt zu umgehen, was aber problemlos möglich ist.
Nach wenigen hundert Metern mündet von rechts ein weiterer Seitenwash ein. In diesem Seitenwash (N 37 03 14.2 W 112 58 19.2) geht es nun in nördlich/nordwestlicher Richtung weiter bis man wieder auf Slickrock trifft. Diese markante Felswand dient als Wegmarkierung:
Nun heißt es nochmals Kräfte mobilisieren, aber nach diesem Aufstieg ist es auch schon fast geschafft, nach rund drei Stunden erreicht man die White Domes. Eine Wunderwelt aus Sandstein gibt es hier zu entdecken. Einfach traumhaft was die Errosion hier aus Sandstein erschaffen hat. Die White Domes sind die Strapazen dieser Wanderung wirklich wert.
Doch auch die Fernsicht hat so einiges zu bieten. Der Blick schweift bis zum West Temple und einigen anderen der hohen Gipfel des Zion National Parks.
Viel gäbe es hier oben sicher noch zu entdecken. Doch für die meisten Wanderer dürfte, wie auch für uns, der Punkt zur Rückkehr gekommen sein. Oder aber man schleppt sein Zelt auf dieses Plateau und nimmt sich zwei Tage Zeit dafür. Spuren von Lagerfeuern im Gebiet des Top Rock zeugen davon, das schon einige sich für die Variante entschieden haben. Für das passende Fotolicht sicherlich keine schlechte Variante.
Insgesamt brauchten wir 7 Stunden für rund 600 Höhenmeter und 14km. Ein guter Teil davon war aber auch den herrlichen Fotomotiven hier oben geschuldet.

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